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Lavaters Physiognomik 

"Zeig mir deine Schädelform und ich sag dir wer du bist."

Nach diesem Ausspruch war Goethe ein Genie. Dies war die Ansicht des Schweizer Pastors Johann Casper Lavater.


Er lebte im 18. Jahrhundert und befasste sich ausgiebig mit der Theorie der Physiognomik. Die Theorie besagt, dass man durch äußere körperliche Eigenschaften, besonders Gesichtszüge, auf den Charakter und die Intelligenz eines Menschen schließen kann. Seine wissenschaftliche Arbeit basiert zum großen Teil auf Studien von Goethes Zügen. Aus den Studien ergab sich, dass Goethe ein Genie sein musste, da seine Gesichtszüge dem Idealbild von Lavaters Theorie entsprachen.
Diese Theorie fand nicht nur Zuspruch. Gegner waren unter anderem Georg Christoph Lichtenberg. Ihm missfiel die Herangehensweise des Pastors. Lichtenberg forderte kräftigere Argumente, es war in seinen Augen nicht wissenschaftlich genug. Im Gegensatz zur Physiognomik stand die Pathognomik. Diese Theorie geht davon aus, dass nicht nur physische Eigenschaften, sondern auch Emotionen, Lebensweise und der soziale Status den Charakter reflektieren. 
Die Physognomik diente später Alexander von Humboldt als Grundlage für seine Studien, in denen er die Theorie auf die Pflanzenwelt erweiterte. Auch diente sie im 19. und 20. Jahrhundert als wissenschaftliche Grundlage der Rassentheorie. Bis heute schließen Psychologen vieles aus den Gesichtszügen der Menschen.
Im 21. Jahrhundert sind die Pathogonmik und die Physiognomik mit einander verschmolzen.


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