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"Iphigenie auf Tauris"

In der Dauerausstellung des Goethe-National-Museums sind wir in der Abteilung Welt auf dieses Kunstwerk von Georg Melchior Kraus gestoßen. Dieses um 1800 entstandene Gemälde zeigt Corona Schröter in der Rolle der Iphigenie und Johann Wolfgang von Goethe als Orest. Dieses Kunstwerk bezieht sich auf die Schlüsselszene der von Goethe bis zum 28. März 1779 entstandenen Prosafassung des Schauspiels. Jedoch änderte er dieses Stück auf seiner Italienreise in Reimform um, wodurch er die Harmonie des Stückes verstärken wollte.

Das Schauspiel des Liebhabertheaters wurde in der Natur aufgeführt, welche sich im Hintergrund des Gemäldes widerspiegelt. Diese Szene handelt von den Geschwistern Iphigenie und Orest, welche nach langer Trennung einander wiedererkennen. Sie bilden den Mittelpunkt des Gemäldes, wobei ihre hellere Kleidung den Kontrast zum dunkel gestalteten Hintergrund hersticht. Auffällig dabei ist, dass Iphigenie gänzlich in weiß gekleidet ist. Dies symbolisiert ihre Unschuld und Reinheit, da sie eine Priesterin auf der Insel Tauris war. Orest hingegen trägt ein in blau, rot und goldenen Farbtönen gehaltenes griechisches Kostüm. 

Die beiden Geschwister entstammten dem Geschlecht der Tantaliden, die einem Fluch unterlagen. Dieser war auf die Tatsache zurückzuführen, dass ihre Vorfahren den Hass und die Rache der Götter auf sich gezogen haben. Obwohl Orest die Mutter Klytämnestra erschlug, sprach Iphigenie ihn in ihrem Amt als Priesterin frei.

Es wirkt sehr düster und Iphigenie ein wenig verzweifelt. Unserer Meinung nach versucht Iphigenie, Orest von seiner Unschuld zu überzeugen, welches man an der etwas unterwürfigen Körperhaltung erkennen kann.


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