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Liebhabertheater

Durch den Brand im Residenzschloss im Jahre 1774 wurden alle kulturellen Schauplätze für Musik und Theater zerstört. Die Kulturliebhaber Weimars vermissten das Schauspiel jedoch in ihrem Alltag, so gründeten Adlige und höfische Bürger das Liebhabertheater. Zu diesen zählten unter anderem Anna Amalia und ihre Söhne, der Prinzenerzieher Karl Ludwig von Knebel, der Dichter Carl August Musäus, Hofbedienstete wie Sigismund von Seckendorff und Hildebrand von Einsiedel. Die Leitung des Theaters oblag jedoch J.W.Goethe.

Es handelt sich beim Liebhabertheater um ein Laientheater, d.h. es wird von nicht ausgebildeten Schauspielern gestaltet. Bei dieser speziellen Form des Theaters wird in der freien Natur gespielt. Es wird Gebrauch von naturgegebenen Voraussetzungen gemacht, wie z.B. einer Waldlichtung, einem Fluss und Mondlicht. Generell spielte die Natur um 1800 eine tragende Rolle, da sie zugleich einschüchterte und faszinierte. Zum Teil wurde jedoch unter Einsatz von Fackelbeleuchtung das Schauspiel besser inszeniert. Diese Naturbühnen fanden sich unter anderem am Ufer der Ilm, im Tiefurter Park.

Werke, die in diesem Liebhabertheater aufgeführt wurden, waren z.B. Die Gouvernante (1779), Orpheus und Eurydike und Iphigenie auf Tauris. In letzterem Stück spielte Goethe, Verfasser des Stückes, den Orest, Prinz Constatin den Pylades und Knebel den König Thoas. 

Unsere eigene Einschätzung zu dieser Form des Theaters ist folgende:
Wir denken, dass das Liebhabertheater auch für junge Menschen ansprechender ist als sich in einem Theatersaal aufzuhalten, in dem eine vielleicht zu förmliche Kleiderordnung vorherrscht. Die Natur als Kulisse zu nutzen gibt dem Theater seine Authentizität zurück, es wird sich auf das Essenzielle besonnen und es kann durch freien Eintritt besser in das Leben junger Menschen integriert werden, jeder kann daran partizipieren, da es ein Laientheater ist. 


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