Inhalt: Artikel

Johann Heinrich Dannecker: Schiller-Büste

Wer über die Schwelle zum Gesellschaftsraum im 2. Obergeschoss des Schillerhauses tritt, dem fällt diese Büste von Schiller besonders auf. Das lebensgroße Abbild Schillers hat seinen Blick durch das Fenster in die Ferne gerichtet und wirkt sehr majestätisch und erhaben.
Auf Wunsch von Schiller, der, durch lange Krankheit gezeichnet, sein Lebensende nahen sah, fertigte der 1758 in Stuttgart geborene Künstler Dannecker das Bildnis an. Der Hand des fürstlichen Hofbildhauers entstammten mehrere Kopien dieser Büste, die er nach Fertigstellung 1794 nicht nur Schiller, sondern auch Schillers Eltern, Freunden und Ärzten zukommen ließ. 
Den Bezug zur Antike stellte Dannecker durch die Idealisierung Schillers her. Dieser trägt ein togaähnliches Gewand. Sowohl Wangenknochen als auch Schläfen wurden besonders erhaben herausgearbeitet. Außderdem fällt ihm das gelockte Haar wallend über seine Schultern. Dies symbolisiert Göttergleichheit, wenn nicht sogar Unsterblichkeit. Die hohen Schläfen, welche zusammen mit der Nasenspitze ein gleichseitiges Dreieck bilden, galten als Idealbild und stellen somit die hohe Intelligenz und geistige Größe des Dichters dar. Sein Blick vermittelt Klarheit und ruhige Souveränität.
Schiller zeigte sich von der durchaus vorteilhaften Darstellung seiner selbst begeistert. Dem Betrachter wird damit klar, dass Dannecker dem Dichter große Verehrung entgegenbrachte.
Das Original der Schillerbüste befindet sich heute im Weimarer Schlossmuseum.



warten...