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Goethes Gelber Saal

Der Raum bekam den Namen durch seine Farbgebung selbst. In Goethes Farbenlehre steht die Farbe Gelb für Freundlichkeit, Heiterkeit und Wärme. Dies wurde durch das einladende Wort "Salve" (lat.: Sei gegrüßt!) auf der Türschwelle unterstrichen. Der Saal wurde von Goethe zum Speisen genutzt, wenn Gäste im Haus waren. Außerdem diente er zum Proben der Theaterstücke, die er zum Teil selbst verfasste. Der Tisch, welcher in der Mitte des Raumes steht, konnte von sechs bis auf zwölf Plätze erweitert werden, sodass auch große Gesellschaften daran Platz fanden. Über dem Kamin befindet sich ein Hängeschrank mit sechs Majolikatellern, welche aber nur zur Dekoration dienten. An der gegenüberliegenden Seite hängt ein Ölgemälde, das die Irdische Liebe darstellt. Es ist jedoch eine Teilkopie. Über den ganzen Raum erstreckt sich eine 10-teilige Bildfolge (Comic), die die Liebe zwischen Amor und Psyche zeigt. In den jeweils vier Ecken des Gelben Saals findet man vier Büsten: Zeus, der Jüngling Antinous, welche die zwei größten Skulpturen sind, Klythia und Phokion. In der Mitte der Fensterseite steht außerdem eine Maske der Medusa. Über dieser befindet sich eine Portraitzeichnung, die Archilles zeigt. All diese Sachen sollen an seinen Italienaufenthalt 1786-1788 erinnern. Wir finden, dass die Atmosphäre, die durch die Farbe Gelb ausgestrahlt wird, durch die vielen Gemälde und Büsten sehr gestört wird, da man das Gefühl hat, beim Essen angestarrt zu werden. Was noch auffällt ist, dass die Decke aus Stuck und rosa gestrichen ist. Da Rosa in seiner Farbenlehre keine konkrete Bedeutung hat, vermuten wir, dass er extra diese Farbe ausgewählt hat, um die Wirkung der Farbe Gelb nicht zu stören. 

Für uns blieben einige Fragen offen:

Wieso hat er die Statuen in sein Esszimmer gestellt?

Wir denken, dass er seinen Gästen durch das Zur-Schau-Stellen seines Italienaufenthalts imponieren wollte.

Welche Sagen verbergen sich hinter den Büsten?



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