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Gedicht von Johann Wolfgang Goethe: "Mit einer Hyazinthe"

Mit einer Hyazinthe 

von Johann Wolfgang Goethe


Aus dem Zaubertal dortnieden,

Das der Regen still umtrübt,

Aus dem Taumel der Gewässer

Sendet Blume, Gruß und Frieden,

Der dich immer treu und besser,

Als du glauben magst, geliebt.


Diese Blume, die ich pflücke,

Neben mir vom Tau genährt,

Läßt die Mutter still zurücke,

Die sich in sich selbst vermehrt.

Lang entblättert und verborgen,

Mit den Kindern an der Brust,

Wird am neuen Frühlingsmorgen

Vielfach sie des Gärtners Lust.



Dieses Gedicht wurde am 25. April 1778 von Goethe an seine platonische Freundin, Charlotte von Stein, geschickt. Dieses Manuskript wurde in seinem Arbeitszimmer, in seinem Gartenhaus, verfasst. Die Verse wurden einem Brief beigelegt, in dem zusätzlich oft noch Blumengeschenke und Treue- und Liebesversicherungen enthalten waren. 

In den zwei Strophen geht es um die Natur, das Tal und den Fluss, die friedliche Ausstrahlung und vor allem um die Pflanze selbst.

Die Hyazinthe als Symbol:

Sie gilt als ein Symbol für die Erneuerung des Lebens im Frühling. Da sie so selten wuchs, gab es sie bei uns erst im 16. Jahrhundert.

Johann Wolfgang Goethe schrieb nur 20% eigenhändig, unter anderem auch das Gedicht "Mit einer Hyazinthe". Heute findet man das transkribierte Schriftstück (Faksimile) auf seinem Schreibtisch in seinem Gartenhaus in Weimar.



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