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Ein Brief Goethes an Charlotte von Stein, 31. März 1784 

In der Ausstellung Lebensfluten Tatensturm im Goethe Nationalmuseum befindet sich in der Abteilung Liebe auch ein Brief Goethes an Charlotte von Stein.

Mit der unglücklich verheirateten Charlotte verband ihn eine jahrelange Seelenverwandtschaft. Es wird gesagt, dass ihre platonische Liebe den Anfang fand, als sie zum ersten Mal die Silhouette des anderen sahen. 

Es entstand ein reger Briefwechsel (ca. 1700 Briefe), in einem dieser "Zettelgen" heißt es: 

                        " Meiner Lotte muß ich einen frühen Morgengrus schicken mit der Bitte
                           mein mit herzlicher Liebe eingedenck zu seyn. Ich freue mich auf die
                           Stunde, da ich dich sehen kann um eilf Uhr will ich kommen, daß ich
                           dich nicht mit aufgelösten Haaren finde.                              

                                                                                                                             der Deine."

Es ist zu erkennen, dass Goethe beim Verfassen dieser Nachricht sehr darauf bedacht war, ein ordentliches Schriftbild, sowie eine liebevolle und vertraute Ausdrucksweise beizubehalten. Des Weiteren kann man sagen, dass dieser Brief der Beweis einer innigen Liebe zu Charlotte von Stein war, da er sie dazu auffordert "mit herzlicher Liebe" an ihn zu denken und beteuert, dass er sie schön zurecht gemacht wiedersehen möchte.

Allerdings ging diese Liebe endgültig zu Bruch, als sie ihm die heimliche Abreise nach Rom, verursacht durch die Identitätskrise Goethes, und das spätere Verhältnis zu einer anderen Frau nicht verzeihen konnte und auf seine erotischen Wünsche nicht einging. Sie forderte alle von ihr verfassten Briefe zurück und verbrannte diese vor ihrem Tod, weshalb in der Ausstellung nur Goethes an sie adressierte Nachrichten zu sehen sind.



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