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Abgüsse der Eheleute Stein

Sieht man diese zwei Abgüsse, denkt man sich ohne genaueres Hinsehen, dass darauf ein gewöhnliches Ehepaar abgebildet ist. Jedoch sind es Charlotte und Josias von Stein, die als Seitenprofil in Gips abgebildet sind. Die Abgüsse befinden sich im Goethe-Nationalmuseum, in der Abteilung "Liebe". 

Warum eigentlich?

Charlotte von Stein war die wichtigste und prägendste Beziehung Goethes. Man sagt, die beiden verband eine "Seelenverwandtschaft". Sie war sieben Jahre älter und verlor drei ihrer Kinder, während sie in einer Zweckehe mit Josias von Stein lebte. Goethe schrieb ihr ca. 1700 Briefe, Gedichte, "Zettelgen" und Billette, die als Zeugnis seiner innigen Liebe galten. In ihren Briefen brachte sie ihm höfische Umgangsformen bei und stärkte seine Selbstdisziplin. Es ist bis heute unsicher, ob es ein sexuelles Verhältnis zwischen den beiden gab. Goethe war also die heimliche "Liebesbeziehung" und Josias der geduldete ungeliebte Ehemann Charlottes. Dies ist der Grund für die Ausstellung der Exponate.

Wozu dient solch ein Abguss eigentlich?

Im Prinzip sind sie wie Fotos von unseren Familienangehörigen. Sie dienen als Erinnerung bzw. bei der Vorstellung des Aussehens der beiden.

Wie wirken sie?
Im Gegensatz zu früher werden in der heutigen Zeit Fotos bei besonderen Anlässen, bunt und meist bei fröhlicher Stimmung dargestellt. Die Gesichtszüge wirken emotionslos und neutral. Bei näherer Betrachtung der Abgüsse erkennt man, dass die gesamte Fläche einfarbig weiß ist, nur eine kleine Umrandung ist braun angemalt. 

FAZIT:
Die Abgüsse der Eheleute von Stein hängen im Goethe-Nationalmuseum aufgrund der engen "Seelenverwandtschaft" zwischen Goethe und Charlotte. Sie werden verwendet, um das vorzeitige Aussehen von Personen darzustellen. Im Gesamteindruck wirken sie emotionslos.



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