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Die Eheformen im klassischen Weimar

Heutzutage ist es eher selten, dass jede Liebesbeziehung in einer Ehe mündet. Doch zu Goethes Zeit war genau das Gegenteil üblich. Man unterschied zwischen der Vernunft- und der Gefühls-Ehe. Letztere wurde jedoch nicht gern gesehen
Die Vernunft-Ehe wurde im adligen Kreis abgeschlossen und oftmals ausgenutzt, um politische Ziele zu verfolgen, während in der einfachen Bevölkerung die Gefühls-Ehe überwog.
Goethe selbst beschäftigte sich ausgiebig mit dem damaligen klassischen Ehe-Modell der Vernunft und hinterfragte dieses. Unter anderem thematisierte er die Eheformen in den Werken „Die Leiden des jungen Werther“ und „Die Wahlverwandtschaften“.
Der bekannte deutsche Dichter führte mit der bürgerlichen Christiane eine Gefühls-Ehe, die jedoch erst nach 18 Jahren geschlossen wurde. Einer der Gründe der späten Eheschließung könnte die Intoleranz der Bevölkerung gegenüber der Gefühls-Ehe sein.
Goethes enger Freund Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach führte hingegen eine Vernunft-Ehe mit der Prinzessin Louise von Hessen-Darmstadt. Anhand seiner Untreue erkennt man, dass die Vernunft-Ehe nicht die bestmögliche Lösung war.

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