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Zwischenkieferknochen

Der Zwischenkieferknochen oder auch Zwischenkieferbein genannt, besteht aus einem paarigen Knochen des Schädels. Er liegt nahe des Nasenbeins und des Oberkieferbeins. Dieser Knochen verschmilzt beim Menschen schon vor der Geburt mit dem Oberkieferbein und wird damit unsichtbar.

Was bis hier ziemlich trocken, unspektakulär und hoch wissenschaftlich klingt, war für Johann Wolfgang von Goethe damals eine große Entdeckung. Viele Menschen wissen oft gar nicht, dass sich Goethe neben seiner Tätigkeit als deutscher Dichter und Denker auch den Naturwissenschaften leidenschaftlich hingab. So dachte man lange Zeit, er wäre der Entdecker des Zwischenkieferknochens. Jedoch war dies nicht ganz so. Die Geschichte spielte sich wie folgt ab:

Lange Zeit war bekannt, dass der Zwischenkieferknochen bei Tieren vorhanden ist. Goethe machte es sich zur Aufgabe, diesen bis dahin vorherrschenden Unterschied zwischen Tier und Mensch zu widerlegen. Er wollte damit die Verwandtschaft zwischen beiden beweisen. So forschte er lange Zeit, aber es war ihm nicht möglich, den nötigen Nachweis zu erbringen, da dieser Knochen am Schädel eines geborenen Menschen nicht mehr nachweisbar ist. 

1784 hatte Johann Wolfgang von Goethe dann das Glück, im Anatomieturm Jena mit Justus Christian Loder einen Embryo anatomisch zu untersuchen. Dabei erforschte er auch den Schädel und konnte den bis dahin unbekannten Zwischenkieferknochen beim Menschen nachweisen.

Jedoch war dieser Zwischenkieferknochen in anderen Ländern schon gefunden worden. In Frankreich wurde dieses anatomische Merkmal kurz vorher beschrieben und auch erfolgreich publiziert. Somit war Goethe nur ein weiterer Entdecker. 

Trotzdem erbrachte er damit einen großen naturwissenschaftlichen Erfolg, da er sich ernsthaft mit diesem Problem auseinandersetzte.


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