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Goethe und sein Verhältnis zum Tod

Wir haben uns für dieses Thema entschieden, da sich Goethe zu Lebzeiten sehr oft damit beschäftigte. Es spiegelt ebenso sein Selbstbild wider, da er sich keine Welt ohne ihn als Dichter, Wissenschaftler und Weimarer Amtsträger vorstellen konnte. 

Goethe war überzeugter Pazifist. Zwar betrachtete er Gewalt als schaffende Kraft, Krieg erschien ihm jedoch trotzdem als absolut sinnlos und schrecklich. Dies stand im Gegensatz zu seiner jahrelangen Aufgabe, junge Männer für die Armee Carl Augusts zu rekrutieren und in den Tod zu schicken.

Als seine Frau 1816 an einer schweren und schmerzhaften Nierenerkrankung litt und im Sterben lag, hielt er sich im Nebenraum auf, da er sich nicht in ihre Nähe traute. Nach ihrem Tod war er untröstlich und formulierte folgende, später in ihren Grabstein gravierten Worte: 

"DU VERSUCHST O SONNE VERGEBENS

DURCH DIE DÜSTREN WOLKEN ZU SCHEINEN!

DER GANZE GEWINN MEINES LEBENS

IST IHREN VERLUST ZU BEWEINEN." 

Grundsätzlich besuchte er keine Beerdigungen, da diese die Trauergäste meist an das eigene Ableben erinnern. Nicht einmal den Beerdigungen seiner Frau und seiner fünf Kinder, von denen lediglich eines  das Erwachsenen- alter erreichte, wohnte er bei. Sein Sohn August verstarb im Alter von 41 Jahren in Italien, einem von Goethes Lieblingsländern. 

Goethe akzeptierte ungern die Tatsache, dass er - wie alle Menschen - alterte. So freute er sich im hohen Alter vor allem über Büsten, welche ihn weitaus jünger darstellten, als er tatsächlich war. Im Allgemeinen scheint es, dass Goethe wohl sehr stark von sich eingenommen war. 


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