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Die "Werther-Tracht"

Die sogenannte „Werther-Tracht" entwickelte sich aus Goethes Briefroman „Die Leiden des jungen Werthers“, welcher zu seinen ersten großen Erfolgen gehört. Das Buch befasst sich mit der unerfüllten Liebesbeziehung zwischen Lotte und Werther und seiner mentalen Flucht in die Natur. Die Inspiration zur Kleidung seines Protagonisten gewann Goethe aus der traditionellen Tracht adliger Englandreisender.

Die Kleidung der Hauptfigur des Werkes bestand aus einem blauen Tuchfrack, einer gelben Weste, Kniehosen aus gelbem Leder, Stulpenstiefeln und einem grauen Filzhut. Es gab viele Nachahmer dieses Kleidungsstils, welcher vor allem unter jungen Männern beliebt war, aber auch von hohen Persönlichkeiten wurde diese Kleidung getragen, wie etwa von Carl August, dem Herzog von Weimar-Sachsen und Eisenach. 

Das Gemälde des Weimarer Herzogs, das auf der Vorzeichnung des Künstlers Johann Friedrich August Tischbein beruht und von Georg Melchior Kraus mit Ölfarbe auf Leinwand gemalt wurde, zeigt dies besonders deutlich. Da er die „Werther-Tracht" trägt, wird ein Bezug zum Volk hergestellt, weil „Die Leiden des jungen Werthers“ ein sehr beliebtes und für alle zugängliches Buch war.

Scheinbar gab es die Erscheinungen von Modetrends nicht nur heute, sondern auch schon zu Goethes Zeiten.


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